Aktuell

Vereine sollen noch 2011 mitreden

Quelle: (WB).

Diskussion über die Strukturreform: Kreisvorsitzender Markus Baumann will schnell und umfassend informieren
Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) will seine Organisationsstruktur an die Aufteilung der kommunalen Kreise anpassen (das WB berichtete bereits am 17. Oktober ausführlich). Für die 16 Fußballvereine aus dem Altkreis würde dies – frühestens im Spieljahr 2013/14 – den »Umzug« aus Bielefeld in den Kreis Gütersloh bedeuten. Über Detailfragen in der Praxis sprach WB-Sportredakteur Gunnar Feicht mit dem Bielefelder Kreisvorsitzenden Markus Baumann
Noch vor einigen Monaten war in der Verbandsspitze die Rede davon, dass die Strukturreform nur die kleineren Kreise betreffen sollte, die alleine langfristig nicht mehr existenzfähig wären. Warum orientiert sich das Konzept jetzt streng an den Grenzen der kommunalen Kreise?

Markus Baumann:Eine zehnköpfige Arbeitsgruppe beim FLVW hat das Konzept seit einem Jahr ausgearbeitet und jetzt der Ständigen Konferenz vorgestellt. Der gehören das westfälische Verbandspräsidium und die 34 Kreisvorsitzenden an. Hauptargument für die Angleichung ist die einfachere Zusammenarbeit mit Kreissportbünden, Kommunen und Kreisverwaltungen. In Bielefeld werden jetzt zum Beispiel die Tore aus den Fußballplätzen mit Gewichten gesichert, was die Stadt bezahlt. Und solche Finanzierungsfragen werden in Zukunft noch größere Bedeutung haben
Welche Reaktionen aus den Vereinen haben den Kreisvorstand bisher erreicht?
Baumann:Direkt angesprochen wurde ich aus den Vereinen bis Donnerstag noch gar nicht. Bei der Auslosung der Bielefelder Hallenstadtmeisterschaften Anfang der Woche war es eher am Rand in zwei, drei Anmerkungen ein Thema. »Dann müssen wir eben nicht mehr bis nach Peckeloh fahren« – viel mehr Emotionen hat das Thema in meiner Wahrnehmung bisher nicht hervorgerufen.
Wie und wann können die Vereinsvertreter ihre Meinung zu den Plänen äußern?
Baumann:Ich werde – voraussichtlich am 8. November – bei der nächsten Kreisvorstandssitzung die Vorstandskollegen über die Details informieren. Danach möchte ich, so schnell es geht, eine Versammlung mit den Vertretern der Altkreis-Vereine einberufen und danach auch die Bielefelder Klubs darüber unterrichten, was im Fall des Verbandstagsbeschlusses auf uns zukommt.
Im Mai 2012 soll der außerordentliche Verbandstag in Kaiserau über den Reformvorschlag beschließen. Welche Einflussmöglichkeiten haben die Kreise und die Vereine tatsächlich?
Baumann:Ich werde mir ein genaues Bild von der Meinung in den Vereinen unseres Kreises machen, denn ich vertrete ja nicht nur meine persönliche Auffassung, sondern in erster Linie die der Mitglieder. Letzten Endes müssen die sieben oder acht Delegierten aus unserem Kreis aber nach eigenem Wissen und Gewissen abstimmen.
Wenn die Reform tatsächlich zur Saison 2013/14 kommt, würde der Kreis Bielefeld 16 Vereine und damit auch etliche Jugendmannschaften verlieren. Was bedeutet das für den Nachwuchsspielbetrieb, der zurzeit bei den Jungen A-, B- und C-Ligen anbieten kann?
Baumann:Wir müssen das für den Jugendbereich noch genau analysieren, aber der Kreis Bielefeld ist in seiner Existenz nicht gefährdet. Eine städtische Region hat bei vielen Kindern und Heranwachsenden mit Migrationshintergrund auch künftig mehr Zulauf als ländlicher Raum. Im Seniorenbereich würde es wahrscheinlich mit einer A-Liga, zwei B-Ligen und zwei statt bisher vier C-Ligen weitergehen.
Die Altliga-Teams aus dem Altkreis werden gerade erst in die gemeinsame Hallenrunde mit den Bielefelder Klubs eingebunden. Im Kreis Gütersloh gibt es keine Hallenmeisterschaft. Was würde die Reform für den Altherrenspielbetrieb bedeuten?
Baumann:Auf diese Details ist man in Kaiserau noch nicht eingegangen. Mit der Hallenrunde ist unser Kreis im FLVW führend, Vergleichbares gibt es eigentlich nicht. Da der AH-Bereich unter Freizeit- und Breitensport geführt ist, wäre es aus meiner Sicht denkbar, diese Runde so weiter zu führen, sofern es gewünscht wird und die erforderlichen Hallenzeiten zur Verfügung stehen.

Die Reform würde nicht nur Veränderungen im Spielbetrieb bewirken. Womit ist noch zu rechnen?
Baumann:Wir müssten uns darauf einstellen, auch Positionen im Kreisvorstand, im Schiedsrichterwesen oder bei den spielleitenden Stellen neu zu besetzen. Denn etliche Funktionäre gehören ja Altkreis-Vereinen an. Auch die Leichtathletikabteilungen des LC Solbad Ravensberg, TV Werther und der Spvg. Versmold würden in den Kreis Gütersloh wechseln
Weitere Informationen zur geplanten Reform

Sollte der Verbandstag 2012 die geplante Reform beschließen, müssten sich die Vereine fügen. Theroretisch gibt es aber noch ein Hintertürchen, um im Einzelfall »Widerstand« zu leisten: Die FLVW-Statuten sehen vor, dass auf Antrag der Wechsel eines Vereins in einen Nachbarkreis zulässig ist. Dieser Passus soll auch künftig Gültigkeit behalten.
In Ostwestfalen-Lippe ist lediglich der Kreis Herford von den Reformplänen überhaupt nicht betroffen, denn hier entspricht der Fußballkreis bereits den kommunalpolitischen Grenzen. Der Altkreis Halle ist ein Sonderfall, weil hier 16 Vereine aus ihrem bisherigen Kreis in die Nachbarregion wechseln sollen.
Dagegen werden im Norden (Fußballkreise Minden und Lübbecke), in Lippe (Kreise Lemgo und Detmold), im Raum Höxter (bisherige Sportkreise Höxter und Warburg) sowie im Raum Paderborn (Zusammenlegung mit dem kleinen FLVW-Kreis Büren) jeweils zwei Kreise miteinander verschmelzen. Während sich im Kreis Lübbecke schon länger massiver Widerstand organisiert hat, ist in Paderborn und Büren ohnehin von einer freiwilligen Fusion die Rede.
Nach aktuellem Stand der Dinge würde Bielefeld mit dem Wechsel der Altkreis-Vereine sieben seiner besten Schiedsrichter an Gütersloh verlieren: Tim Neubauer, Daniel Beck, Yasin Tekes, Natalie Fichtner, Jens Lindemann, Ali Karaduman und Klaus Münstermann pfeifen alle auf Verbandsebene



Sportplätze vor dem Aus

Kögler: "Die alten Sozialdemokraten werden den Oberbürgermeister dafür lynchen"

VON KURT EHMKE

Quelle: Neue Westfälische 07.09.2011

Bielefeld. Es ist ein internes Verwaltungspapier, das Politik und Sportvereine bewegt:
Geschlossen werden sollen danach bis zu sieben Sportplätze
Kupferhammer,
Windflöte,
Bravostraße,
Grundschule Hillegossen,
Dreeker Heide,
Heeper Fichten West II
und Dreesgen.

Der SV Gadderbaum hört erstmals davon, dass der seit 1956 genutzte Dreesgen wegfallen soll.
Fassungslos ist Vereinsvorsitzender Hans-Hermann Haake, der auf Anfrage der NW sagt: "Das ist unsere Heimat, die geben wir auf gar keinen Fall auf."

In Gadderbaum, wo auch der Bolbrinker geschlossen wird, soll der Sportpark 2012 zum Kunstrasenplatz werden – und der SV Gadderbaum dort gemeinsam mit SuK Canlar kicken. "Ohne den Dreesgen geht das alles nicht", sagt Haake. Und: "Dann fehlt hier auch langsam die Motivation, das alles noch zu betreiben.
" Eine Übernahme des Platzes sei nicht machbar.
Mehr mag er nicht sagen. Gerüchtehalber hat er davon gehört, dass der Dreesgen morgen in der Bezirksvertretung nicht-öffentlich Thema sein soll.

Am 15. September treffen sich Vereinsvertreter mit Politikern vor Ort. Bezirksbürgermeister Dietrich Kögler weiß von dem Treffen, dass aber das Aus des Dreesgen der Hintergrund ist, ist für ihn neu.
Er sagt: "Das ist ein ganz dicker Hund, den Aufschrei wird man bis ins Rathaus hören.

" Der CDU-Mann sagt drastisch: "Die alten Sozialdemokraten werden den Oberbürgermeister dafür lynchen."

Im Sportamt sagt der stellvertretende Leiter, Joachim Middendorf: "Das sind alles Überlegungen aus dem runden Tisch Fußball und der Arbeitsgruppe Sportentwicklungsplanung, die wir mal schriftlich zusammengefasst haben" – aus ihnen solle nun eine Vorlage für den Sportausschuss erarbeitet werden.
Realistisch sei dafür das Jahresende.



Aus dem Sportplatz Heeper Fichten West, Südplatz,



Schnelle Rollen statt Fußball

Quelle: Westfalen-Blatt

Bielefeld (bp). Der Zuschuss über die Hälfte der Baukosten wurde bereits vor mehr als zwei Jahren von der Politik bewilligt, jetzt sollen endlich »Nägel mit Köpfen« gemacht werden:

Aus dem Sportplatz Heeper Fichten West (Südplatz)

soll eine Rollschnelllaufbahn werden.Zu diesem Zweck – das sollen Sportausschuss (22. November) und Bezirksvertretung Mitte (24. November) beschließen – soll der Platz der Sportvereinigung Heepen zur Nutzung überlassen werden.

Die Sportvereinigung trägt die Kosten für den Um- und Ausbau, die über den Zuschuss hinaus gehen. Geschätzt wird die Höhe der Investitionskosten auf 100000 Euro. Für die neue Nutzung sprechen, so die Verwaltung, mehrere Gründe. In Bielefeld gibt es heute mehr als 60 Fußballplätze, von denen ein Teil kaum bespielt wird, aber gleichzeitig zwingend saniert und modernisiert werden müsste.
Das gelte auch für den Südplatz,

auf dem nur der SC Bosporus spiele,

der auch den Nordplatz nutzen könne.
Empfohlen wird auch in einem Gutachten, das Basis der Sportentwicklungsplanung ist, die Schließung einiger Sportplätze oder deren Umwandlung für Angebote anderer Sportaktivitäten.

Die nächstgelegene Rollschnelllaufbahn ist in Leverkusen, die gut 100 Aktiven der Sportvereinigung Heepen machen dort gelegentlich Trainingslager. Ein kontinuierliches Training unter Wettkampfbedingungen sei aber so nicht möglich.

Zudem hätten weitere Vereine ihr Interesse an der Nutzung einer Rollschnelllaufbahn bereits kundgetan: LC Solbad Ravensberg, ein Verein, dem deutsche und Landesmeister angehören, die SV Brackwede (Rollhockey, Rollkunstlauf), der TSV Einigkeit (Inline-/Rollhockey), der Bielefelder Skiclub (Roller-Ski). Der Platzbedarf für eine Rollschnellbahn wären 60 mal 100 Meter für ein Oval mit 200 Meter Rundenlänge über überhöhten Kurven; in der Mitte würde ein Radfahr- und Rollschuhplatz angelegt.
Die Inline-Skating-Abteilung der Sportvereinigung Heepen trainiere zurzeit in Sporthallen und auf einer als unzureichend geltenden Nebenfläche des Sportplatzes Am Schützenberg. Auf öffentlichen Straßen und Wegen, so die Verwaltung, sei das Skaten verboten.
Dr. Udo Witthaus als zuständiger Dezernent betont: »Bielefelds Skater warten schon lange auf eine Möglichkeit, legal und ortsnah auf einer Außenfläche ihrem Sport nachgehen zu können.«
Seiner Überzeugung nach könnte die Rollschnelllaufbahn auch von Schul- und Offene Ganztagsschul-Projekten genutzt werden, Zudem könnte die Anlage auch für Freizeitskater offen stehen, die keinem Verein angehören.